Freude und Trauer im Jahreswechsel
Seid gegrüßt.
Verlässlichkeit ist eine Tugend! Die täglichen Ablenkungen lassen uns dies gerne vergessen – umso wichtiger ist es in der heutigen Zeit, in der Stille die Kraft zur Verlässlichkeit immer bereitzustellen.
Der Wechsel der Jahreszeit vom Winter zum Frühling lädt uns ein, innezuhalten.
Freude und Trauer sind ein fester Bestandteil dieses Wandels. Sie gehen nicht nebeneinander her, sondern trennen die Menschen in ihren Gefühlen in diese beiden Kategorien. Einige von euch – und dies ist die Mehrheit – können es kaum erwarten zu sehen und zu fühlen, wie jetzt die Natur erneut erblüht. Sie schöpfen Kraft aus dieser Erneuerung und sind bereit, dem Leben mit all seiner Herrlichkeit zu begegnen.
Die anderen empfinden eine stille Trauer bei der Betrachtung der Fülle, die ihnen jetzt begegnet. Ihre Trauer äußert sich in Antriebslosigkeit, entsprungen aus den Gedanken der Lustlosigkeit gegenüber dem Leben. Dies sind nicht ältere Menschen, wie ihr jetzt vielleicht glauben mögt, sondern vornehmlich die Jüngeren.
Die Sinnlosigkeit des Lebens lässt ihr Herz schwer werden. Sie betrachten sich und ihr Leben als unbedeutend, nicht wissend, dass ein jeder von ihnen geliebt und geachtet wird. Die Trauer kapselt sie von ihrer Familie und von ihren Freunden ab, sodass sie sich einsam und verlassen fühlen.
Ein jeder von euch, der jetzt voller Freude ist, kennt mindestens einen Menschen, der jetzt voller Trauer ist. Geht zu ihnen und schenkt ihnen eure Freundschaft und auch eure Liebe – sie bedürfen euer. Seid für sie da, ohne ihnen gut gemeinte Ratschläge zu geben, denn diese erreichen ein trauerndes Herz nur schwer.
Nehmt diese Menschen in eure Arme und lasst sie fühlen, dass sie nicht allein sind und auch, dass sie bedeutend sind für wenigstens einen Menschen – und dies seid ihr. Seid verlässlich in eurem Kümmern für diesen Menschen, teilt eure Kraft großzügig, die ihr aus dem Wandel der Jahreszeit schöpft.
Ihr alle seid eins – die Freude und die Trauer eines jeden Menschen berührt euch. Mensch sein bedeutet auch, menschlich zu sein gegenüber sich selbst und vor allem gegenüber euren Mitmenschen.
Im Herzen verbunden, immerdar
Emanuel
